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Lords of Waterdeep – Rezension

16 oktober 2026 · Bijgewerkt 28 juli 2026

Lords of Waterdeep – Rezension

Wizards of the Coast | 2 bis 5 Personen | ab 12 Jahren | 60–120 Minuten

Wie so viele Spiele sieht Lords of Waterdeep ziemlich beeindruckend aus. Dabei lässt es sich kinderleicht spielen, und die Regeln sind sehr überschaubar. Lords of Waterdeep ist nämlich ein einfaches Worker-Placement-Spiel, bei dem du Aufträge erfüllst.

Du schickst einen deiner Arbeiter an einen Ort auf dem Spielplan und führst die zugehörige Aktion aus. Meist sammelst du damit Ressourcen, du kannst aber zum Beispiel auch neue Gebäude (Orte) bauen. Dazu wählst du einfach ein verfügbares Gebäude, zahlst die Kosten und legst es auf ein freies Feld. Ab jetzt können alle diese neue Aktion nutzen. Nutzt sie jemand anderes als die Person, die das Gebäude gebaut hat, bekommt der Besitzer eine Belohnung.

So kannst du sicher sein, dass dir das Gebäude jede Runde etwas einbringt. Jeder Platz darf nämlich nur von einem Arbeiter besetzt werden. Schnappt sich also jemand anderes die Aktion, war es für dich trotzdem nicht umsonst.

Als weitere Aktion kannst du Aufträge erfüllen. Einige hast du schon zu Spielbeginn, weitere kannst du dir per Aktion holen. Dafür zahlst du einfach eine Kombination aus Ressourcen und/oder Gold und bekommst dafür eine andere Kombination zurück, inklusive Siegpunkten! Denn darum geht es in diesem Spiel: Punkte sammeln.

Achte dabei darauf, die Aufträge in der lukrativsten Reihenfolge zu erfüllen. Verlangt ein Auftrag zum Beispiel ein lila Teil (eine bestimmte Sorte Abenteurer, aber das kannst du gleich wieder vergessen) und bekommst du dafür ein paar orange Teile (wieder eine Sorte Abenteurer, thematisch, oder?), dann kannst du die gleich für den nächsten Auftrag verwenden.

Und dann gibt es noch die Intrigenkarten! Karten, die alles durcheinanderwirbeln können. In der Praxis hält sich das allerdings in Grenzen. Oft bringen sie dir ein paar Ressourcen oder Gold (von denen du dann häufig auch etwas an deine Gegner abgeben musst) oder sorgen dafür, dass deine Gegner zahlen müssen. Das klingt ziemlich fies, und das kann es auch sein, aber meistens ist es halb so wild. Du bist schnell wieder obenauf, und wenn du geschickt spielst, hast du selbst noch eine Karte für einen späteren Zug in petto.

Das Besondere daran: Du kannst eine Intrigenkarte als Pflichtauftrag einsetzen. Den gibst du einer Person deiner Wahl, und die muss ihn erfüllen, bevor sie irgendeinen anderen Auftrag angehen darf. Es sind eher schwache Aufträge, sie bringen also schon etwas, aber nichts Nennenswertes.

Es sind also vor allem Aktionen, mit denen ihr euch gegenseitig ausbremst, aber nicht wirklich sabotiert. Das tut der Stimmung am Tisch gut, gerade wenn ihr da empfindlich seid.

In jeder Runde füllst du das Angebot an neuen Gebäuden auf und legst zusätzliche Punkte auf die Gebäude, die liegen geblieben sind. Ein kleiner Anreiz, dir das Gebäude in einer der nächsten Runden doch noch zu holen. Nach der fünften Runde bekommt jeder einen zusätzlichen Arbeiter, und nach acht Runden ist das Spiel vorbei.

 

Ihr zählt alle erzielten Punkte zusammen, und wer die meisten hat, gewinnt. Was Lords of Waterdeep aber besonders witzig macht: Jeder spielt einen geheimen Lord. Jeder Lord hat seine eigene Art, Extrapunkte zu holen, zum Beispiel Bonuspunkte für jeden erfüllten Handelsauftrag. Deshalb lohnt es sich, ein Auge darauf zu haben, welche Aufträge die anderen nehmen. Vielleicht erkennst du ein Muster und kannst ihnen dabei in die Quere kommen.

Zu zweit kommt ihr euch kaum in die Quere und habt genug Auswahl, um eure Taktik zu entwickeln. Mit mehr Leuten wird es natürlich enger. Das Spiel funktioniert mit jeder Personenzahl richtig gut, nur das Erlebnis ist jeweils etwas anders. Mehr Konkurrenz, mehr Interaktion, mehr „Take that“ und mehr Hin und Her – das bringt jede weitere Person am Tisch mit sich.

Magst du ein Spiel, das schön auf den Punkt kommt, sich schnell und flüssig spielt und genug Interaktion bietet? Dann wirf unbedingt mal einen Blick auf Lords of Waterdeep.