Sabika im Test
16 oktober 2026 · Bijgewerkt 4 september 2026

Ludonova | 1 bis 4 Personen | ab 14 Jahren | 60–120 Minuten
Sabika spielt in Granada zur Zeit der Nasriden-Dynastie. Du führst eine Gruppe Adliger, die beim Bau und bei der Ausschmückung der Alhambra hilft. Du handelst mit Materialien, baust den Palast weiter aus und schmückst ihn mit Gedichten. So sammelst du Prestigepunkte. Am Ende jeder Runde zahlst du außerdem Schutzgeld an die Katholiken. Letztlich willst du mit deinen Adligen natürlich das meiste Prestige sammeln.
Spielablauf
Zu Beginn jeder Runde schickst du deine Meeples auf ein Rondell, das aus drei verschiedenen Bahnen besteht. In deinem Zug ziehst du einen Meeple deiner Wahl bis zu zwei Felder auf der zugehörigen Bahn vorwärts. Danach führst du die Aktion des Feldes aus, auf dem er landet.

Dieses Rondell ist gleich einer der spannendsten Teile von Sabika. Du kannst nämlich nicht einfach jede Aktion ausführen, wann es dir passt. Du musst vorausplanen, aber auch genau hinschauen, was die anderen wahrscheinlich vorhaben. Manchmal willst du eine Aktion für dich selbst günstig halten, ein andermal besetzt du gezielt ein Feld, um es für jemand anderen teurer zu machen.
Dabei schaust du nicht nur auf deinen aktuellen Zug. Das Feld, auf dem du landest, bestimmt auch, welche Möglichkeiten du in einer späteren Runde hast. Du bist also ständig am Planen, Vorausdenken und Einschätzen der anderen. Das sorgt für viel Interaktion und dafür, dass du auch in den Zügen der anderen aufmerksam bleibst. Dadurch fühlt sich die Wartezeit überraschend kurz an.

Nachdem du die Aktion ausgeführt hast, legst du den benutzten Meeple hin. Sobald alle ihre vier Meeples eingesetzt haben, endet die Runde. Prestigepunkte werden vergeben, Schutzgeld wird gezahlt und alle erhalten Einkommen. Dann beginnt die nächste Runde. Insgesamt spielt ihr fünf Runden.

Eindruck
Sabika spielt sich für ein ziemlich schweres Expertenspiel erstaunlich flott. Es gibt viele Wege, Punkte zu sammeln, und fast immer hast du mehrere interessante Optionen. Gleichzeitig kannst du dich nicht nur um deinen eigenen Plan kümmern. Die Entscheidungen der anderen wirken sich direkt auf die Kosten und Möglichkeiten auf dem Rondell aus.
Das führt regelmäßig zu kniffligen Entscheidungen. Nimmst du jetzt die Aktion, die du eigentlich brauchst, auch wenn sie teurer geworden ist? Oder passt du deinen Plan an und versuchst, dich gleich besser für die nächste Runde aufzustellen? Genau diese Mischung aus taktischen Entscheidungen und Vorausplanung macht Sabika so reizvoll.
Der angepasste Spielplan für 1–2 und 3–4 Personen sorgt dafür, dass sich das Spiel an unterschiedliche Personenzahlen anpasst. So bleibt der Platz auf dem Rondell knapp und der Wettstreit um die guten Aktionen erhalten.
Auf der anderen Seite braucht Sabika ziemlich viel Erklärung. Auch der Aufbau dauert seine Zeit. Es gibt viele Aktionen und eine umfangreiche Symbolsprache, sodass in deiner ersten Partie nicht immer sofort klar ist, welche Möglichkeiten du alle hast. Rechne also damit, dass du regelmäßig zur Anleitung oder zur Übersichtskarte greifst.

Diese Investition lohnt sich aber. Sobald alle das Spiel besser verstehen, laufen die Züge flott und es bleibt kaum Wartezeit. Unsere Partie dauerte etwa 2 bis 2,5 Stunden, fühlte sich aber erstaunlich kurz an. Auch die wunderschönen Illustrationen und die Qualität des Spielmaterials tragen zum Erlebnis bei.
Suchst du ein schweres Eurospiel, in dem du viel planst, ständig die anderen im Blick behältst und jede Runde knifflige Entscheidungen triffst? Dann ist Sabika auf jeden Fall einen Blick wert. Vor allem das dreiteilige Rondell und die Art, wie deine heutigen Entscheidungen deine Möglichkeiten in späteren Runden bestimmen, geben dem Spiel einen ganz eigenen Charakter.
