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Forestry im Test

16 oktober 2026

Forestry review

Forestry im Test

Pink Troubadour | 1 – 4 Personen | ab 13 Jahren | 70 – 120 Minuten

In Forestry dreht sich alles um Bäume und Holz. Dabei schlüpfst du in die Rolle eines Försters. Du erfüllst Aufträge – aber wie hältst du dabei das Ökosystem des Waldes im Gleichgewicht?

Als Förster verteilst du deine Aktionen auf zwei Arbeiter: den Harvester und den Manager. Eigentlich sind die beiden ein Duo aus Fällen und Sägen: Der Harvester kümmert sich eher ums Fällen im Wald, der Manager ums Sägen im Sägewerk. Du brauchst die beiden dringend, um die Endprodukte liefern zu können: vom Holzgeschirr bis zur echten Bauarbeiterhütte. Es gibt viel zu tun!

Forestry im Test

Das Thema ist in Forestry deutlich spürbar und taucht überall im Spiel wieder auf. Ständig versuchst du, deine Aktionen zu optimieren und sie so gut wie möglich auf deine beiden Arbeiter zu verteilen. Dabei fühlt es sich immer so an, als fehle dir genau eine Aktion. Dasselbe gilt übrigens für die Zahl der Runden: Auch davon würdest du eigentlich gern noch eine mehr spielen.

Forestry im Test

Die Menge an Spielmaterial auf dem Tisch kann ziemlich überwältigend wirken, aber trotz der vielen Holzteile (ha!) spielt sich das Spiel überraschend flüssig. In deiner ersten Partie tastest du dich noch heran, was du alles willst und kannst, doch am Ende überlegst du schon, was du in der nächsten Partie besser machen kannst. Aufträge erfüllen (das sind die Endprodukte, von denen wir gesprochen haben) ist einer der wichtigsten Wege, Punkte zu sammeln. Es ist aber nicht der einzige, und die anderen Bereiche solltest du keinesfalls unterschätzen. Deine Aktionspunkte auf dein dynamisches Duo aus Harvester und Manager zu verteilen, will deshalb mit größter Sorgfalt geschehen. So bietet Forestry verschiedene strategische Wege.

Forestry im Test

Wie viel Interaktion es gibt, hängt stark von der Personenzahl ab. Zu zweit kommt ihr euch kaum in die Quere, zu dritt und zu viert heißt es dagegen wirklich: Wer zuerst kommt, fällt zuerst … oder sägt. Die Art der Interaktion hängt vom Ort auf dem Spielplan ab: Im Wald besetzt ihr vor allem Plätze, bei den Gebäuden blockiert ihr Bonusaktionen. Macht ihr euch damit wirklich das Leben schwer? Na ja, eher nicht. Irgendeine Aktion kannst du immer ausführen, auch wenn sie vielleicht etwas weniger ideal ist als erhofft. Wir finden zwei oder drei Personen ideal. Mit einer vierten Person wartest du zwischendurch einen Tick zu lange, und das fühlt sich an, als würdest du Wurzeln schlagen …

Forestry ist ein wunderschönes Spiel, das sich sehr flüssig spielt. Von Anfang bis Ende tauchst du in die Welt von Holz und Holzverarbeitung ein. Im Regelheft stehen schöne, informative Texte, und jede Auftragskarte erzählt ein bisschen über das Produkt, das du herstellst. So ist das Spiel obendrein noch lehrreich. 

Forestry im Test

Das Spiel

Gespielt wird über zehn Runden. Jede Runde beginnt damit, dass das Rundenplättchen umgedreht wird. Meistens bekommt dadurch jeder etwas, zum Beispiel Geld oder Rohstoffe. Manche Plättchen sorgen dafür, dass Bäume gefällt werden – und das kann ausgerechnet der Baum sein, den du für deinen Auftrag brauchst. Dann seid ihr an der Reihe und führt abwechselnd alle eure Aktionen aus. Wie viele Aktionen du hast, bestimmt deine Entwicklungsleiste. Sie ist ein wichtiger Teil des Spiels, denn mit ihr bekommst du im Lauf der Partie mehr Aktionen pro Zug.

Forestry im Test

Aufträge erfüllen ist der wichtigste und einfachste Weg, Punkte einzuheimsen: Du bekommst sie sofort, und obendrein bringen sie schöne Boni. Ein gutes Ökosystem baust du dagegen auf lange Sicht auf. So ist ein gutes Wassernetz wichtig, um deinen Wald vor Gefahren von außen zu schützen, und Forschung im Wald ist entscheidend, um zu wissen, was dort los ist. Sowohl das Wassernetz als auch die Forschung zahlen auf deine Ziele für das Spielende ein.

Je nachdem, wo du dein Wassernetz baust, legst du fest, welches Endziel (oder vielleicht sogar mehrere) du verfolgen willst. Zum Beispiel die Symbole auf deinen Auftragskarten, den Bau von Aussichtstürmen im Wald oder das Pflanzen neuer Bäume. Gelingt es dir, dein Wassernetz auszubauen, dann sprudeln die Punkte nur so.

Außerdem gibt es noch die Task Cards. Bei ihnen musst du entscheiden, ob du sie während des Spiels einsetzt oder am Spielende auf Punkte gehst. Mit Task Cards kannst du genau die eine Aktion ausführen, die dir noch fehlt, oder schon Vorbereitungen für deinen nächsten Zug treffen. Laufen deine Züge wie geölt und brauchst du die Extras gar nicht, dann bringen sie dir am Spielende Punkte. Je mehr Task Cards du erfüllst, desto mehr Punkte gibt es.

Forestry im Test

Sobald die letzte Runde vorbei ist, werden die Punkte gezählt. Hast du die meisten Punkte, bist du der beste Förster!

Let’s go solo!

Forestry im Test

Forestry denkt auch an Solo-Spieler und bietet einen richtig schönen Solomodus – zumindest wenn du gern das Gefühl hast, gegen eine zweite Person zu spielen. Ganz allein trittst du gegen den forester an, der einen zweiten Spieler simuliert. Das Schöne daran: Du machst genau dasselbe wie in einer Partie mit mehreren, es kommen also keine zusätzlichen Regeln hinzu. Zum Glück siehst du so den Wald vor lauter Bäumen noch!

Der forester führt seine Aktionen anhand von forester-Karten aus. Sie ähneln denen eines echten Spielers, sind aber etwas vereinfacht. Ansonsten läuft die Partie genauso ab wie mit mehreren Personen. Nur für dich als Solo-Spieler gibt es eine zusätzliche Herausforderung, aber dazu gleich mehr. Du spielst zehn Runden und gewinnst, wenn du am Ende mehr Punkte hast als der forester.

Du bist Startspieler, dein Zug läuft also genau wie in einer Partie mit mehreren. Dann ist der forester dran. Seine Entwicklungsleiste zeigt, wie viele Aktionen er hat, also wie viele forester-Karten gespielt werden. Diese Karten bieten sechs mögliche Aktionen, zum Beispiel Aufträge erfüllen oder den Manager versetzen. Sind alle Karten gespielt, beginnt eine neue Runde.

Jetzt zu der zusätzlichen Herausforderung, die wir erwähnt haben. Neben der Zahl der Aktionen zeigt die Entwicklungsleiste auch, welche zusätzlichen Rohstoffe der forester in dieser Runde bekommt – und das willst du natürlich verhindern. Zum Glück kannst du dem einen Riegel vorschieben! Dazu erfüllst du die angegebenen Ziele, zum Beispiel einen grünen Baum fällen oder ein Gebäude bauen. Schaffst du das Ziel, bevor der forester wieder dran ist, verwehrst du ihm die abgebildeten Rohstoffe. So wechseln sich die Züge ab, und nach zehn Runden endet das Spiel. Dann wird geschaut, wer die meisten Punkte gesammelt hat. 

Schöne Extras

Hast du das Spiel schon ein paar Mal gespielt und willst noch ein bisschen mehr Forestry? Dann probier den Advanced Mode. Darin haben die Charaktere eine eigene Rolle und einen eigenen Spielstil. Das sorgt für ganz neue taktische Entscheidungen. Fandest du zehn Runden schon knapp? Im Advanced Mode spielst du nur neun! Du musst deine Aktionen also noch besser optimieren, um alles zu schaffen.