Echoes of Time im Test
16 oktober 2026 · Bijgewerkt 4 september 2026

Cranio Creations | 2 bis 4 Personen | 12+ | 30–60 Minuten
In diesem Strategiespiel von Cranio Creations stellst du dir ein eigenes Gefolge aus Figuren und Ausrüstung zusammen. Damit versuchst du, verschiedene Kraftquellen zu erobern, in einer Welt voller tiefer Gewässer, sanfter Hügel, nächtlicher Himmel und unentdeckter Tunnel.
Beim Aufbau bekommt jede Person ein Zeittableau, einen Satz Zeitplättchen, von denen fünf auf das Tableau kommen, und zwei Aktionswürfel. In die Tischmitte kommen der Vorrat an Siegpunkten und die Aktivierungsmarker. Je nach Personenzahl werden zufällige Quellenkarten offen ausgelegt. Danach werden alle Gefolgekarten gemischt, und die Startperson wird bestimmt.

Jede Runde besteht aus drei Phasen. In der Zeitphase schiebst du die Zeitplättchen auf deinem Tableau mithilfe des übrigen Plättchens um einen Platz nach rechts. Alle Karten, die auf einem Plättchen lagen, das dabei vom Tableau rutscht, kommen zu deinem Gefolge. Dabei aktivierst du etwaige Soforteffekte sowie die Dauereffekte früher herbeigerufener Karten. Danach ziehst du eine Karte vom Stapel.
In der Aktionsphase führt ihr reihum je eine eurer verfügbaren Aktionen aus. Du kannst unter anderem zwei neue Karten ziehen, eine Karte aus deiner Hand auf dein Zeittableau legen, zwei Karten um ein Feld vorrücken oder eine Karte um zwei Felder vorrücken. Außerdem kannst du versuchen, eine Quelle zu erobern oder zu verstärken, indem du die geforderte Stärke übertriffst.


Dazu kommen zwei Gratisaktionen: Du kannst einen Flammeneffekt einer Karte in deinem Gefolge auslösen oder deine Kontrolle über eine Quelle ausbauen. Das Spielende wird eingeläutet, sobald der zentrale Siegpunktvorrat aufgebraucht ist, jemand zwölf Karten im Gefolge hat oder alle Quellen verstärkt sind. Dann zählen alle ihre Punkte, und wer die meisten hat, gewinnt.
Eindruck
Das Spiel hat ein starkes Thema und sieht wunderschön aus. Die Illustrationen passen gut zur Spielwelt und helfen dabei, richtig in diese fantasievolle Umgebung einzutauchen.
Der besonderste Mechanismus ist das verschiebbare Zeittableau. Jede Runde verschiebst du die Zeitplättchen, sodass Karten, die du in früheren Runden bereitgelegt hast, irgendwann vom Tableau rutschen und zu deinem Gefolge kommen. Das sorgt für spannende Entscheidungen, denn es ist überhaupt nicht sicher, dass jede Karte noch rechtzeitig vor Spielende in deinem Gefolge landet.


Zum Glück gibt es Aktionen, mit denen du Karten schneller über dein Zeittableau bewegen kannst. Mit nur zwei Aktionswürfeln pro Runde sind deine Möglichkeiten allerdings begrenzt, also musst du gut überlegen, wofür du sie einsetzt.
Beim Spielen hat uns vor allem überrascht, wie viel Interaktion zwischen den Spielern stattfindet. Ihr könnt euch ganz schön in die Quere kommen, wodurch das Spiel manchmal ein deutliches „Take that“-Gefühl bekommt. Das muss man mögen. Zum Glück enthält das Spiel auch eine Variante mit weniger Interaktion, bei der bestimmte Karten entfernt werden, um diesen Effekt abzuschwächen.


Ein wichtiges Ziel ist es, die Quellenkarten zu erobern und zu verstärken. Weil nur eine Quelle pro Person im Spiel ist, versuchst du meistens, dir die Quelle zu sichern, die am besten zu deinen Plänen passt. Zwar könnt ihr euch diese Quellen gegenseitig abnehmen, in unseren Partien ist das aber kaum passiert. Alle haben vor allem genommen, was noch frei war. Eine einmal eroberte Quelle zu verstärken, ging nämlich recht einfach, sodass den anderen oft wenig Zeit blieb, sie noch zu übernehmen.
Davon abgesehen ist das ein starkes Strategiespiel, in dem du versuchst, mit den Karten in deinem Gefolge schöne Kombinationen zu bauen. Das Ende kann schneller kommen, als du denkst, vorausplanen ist also wichtig. Du solltest dir von Anfang an gut überlegen, welche Karten du herbeirufen willst und wann du sie brauchst.
Auch die Ausstattung verdient ein Lob. Die Zeittableaus sind bereits fertig montiert, und in der Schachtel steckt ein gutes Inlay, sodass du schnell loslegen und alles ordentlich verstauen kannst. Alles in allem ist das ein hochwertig produziertes Spiel mit viel Interaktion, das vor allem zu Leuten passt, die sich am Tisch gern regelmäßig gegenseitig in die Quere kommen.
