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dnup – Rezension

16 oktober 2026 · Bijgewerkt 6 augustus 2026

dnup – Rezension

Asmodee | 2 bis 5 Personen | ab 8 Jahren | 20 Minuten

Der Nachfolger von Scout heißt Dnup.

Warum? Weil die Karten in diesem Kartenspiel, genau wie bei Scout, zwei Werte haben. Oben und unten steht jeweils ein anderer Wert. Drehst du die Karte um, ändert sie sich also. Down = up, downup, also dnup.

Wie gesagt: Der Autor von Scout hat denselben Trick noch einmal ausgepackt. In deinem Zug spielst du ein bestimmtes Set aus. Ein Set besteht aus mehreren Karten mit demselben Wert (also dem oberen). Alle, die nach dir an der Reihe sind, machen dasselbe. Sie dürfen aber nur dann ein Set spielen, wenn es aus einer anderen Anzahl Karten besteht oder wenn bei gleicher Anzahl der Wert höher ist.

Passiert Letzteres, wandert das Set, das aus dem vorigen Zug schon auf dem Tisch liegt, zurück auf die Hand seines Besitzers. Und nicht nur das: Die Karten werden dabei auch wieder umgedreht. Das eröffnet Chancen. So kannst du nämlich ein schwaches Set spielen und darauf hoffen, dass jemand anderes es dir zurück auf die Hand zwingt – um die gedrehten Karten danach so einzuordnen, dass ein viel stärkeres Set frei wird.

Ziel ist es nämlich, so schnell wie möglich alle Karten aus deiner Hand loszuwerden. Bist du wieder an der Reihe und liegt dein ausgespieltes Set noch vor dir, legst du es ab und die Karten verschwinden aus dem Spiel. Klappt das oft genug, ist deine Hand ganz von selbst leer.

Das ist aber nicht das Einzige, was du in deinem Zug tun kannst. Du kannst auch eine Karte an ein Set anlegen, das schon auf dem Tisch liegt. Dabei musst du allerdings die anderen Sets im Blick behalten. Liegt dort zum Beispiel ein Set aus zwei Dreien, darfst du keine weitere Drei anlegen, wenn auf dem Tisch auch schon ein Set aus drei Sechsen liegt.

Wie gesagt werden die Karten umgedreht (also auf den Kopf gestellt), wenn derjenige, der sie gespielt hat, sie wieder auf die Hand nehmen muss. Du kannst in diesem Spiel aber auch freiwillig Karten auf die Hand nehmen. Dazu nimmst du in deinem Zug alle ausgespielten Karten einer Person. Das ist nämlich die dritte Art von Aktion, die du machen kannst. Auch hier gilt: Die Karten musst du umdrehen, bevor du sie auf die Hand nimmst. Vielleicht konntest du genau diese Karte(n) für eine richtig starke Reihe gebrauchen.

Die vierte und letzte Aktion ist schlicht, alle Karten auf deiner Hand umzudrehen. Diese Regel gefällt mir am wenigsten, denn mir wäre es lieber, wenn man selbst wählen dürfte, welche und wie viele Karten man umdreht. Du kannst nämlich nicht passen. Ist also keine der anderen Aktionen möglich, musst du alles umdrehen.  

Damit bin ich auch beim Gesamteindruck, den das Spiel bei mir hinterlässt. Vorher war ich nämlich hellauf begeistert: Scout, vielleicht das beste Kartenspiel überhaupt, nur mit etwas mehr Kontrolle und Manipulation. Das war wohl etwas viel verlangt. Es ist ein schön zugängliches Spielchen, aber das Drehen der Karten, um neue Sets zu bilden, kommt einfach nicht richtig zur Geltung. Dafür gibt es viel zu wenig Kontrolle. Das liegt sowohl an der Verteilung der Karten als auch an den Kombinationen, die die anderen spielen. Suchst du in diesem Spiel aber nicht unbedingt genau das, ist es für dich womöglich trotzdem ein nettes, flottes Kartenspiel.